Andrologie – Männerheilkunde

Einen Praxisschwerpunkt stellt die Männerheilkunde dar, welche sich erst in den letzten Jahren als eigenständiges Fachgebiet entwickelt hat.

So gibt es seit 2005 die Möglichkeit, durch eine Prüfung vor der Landesärztekammer die qualifizierte Zusatzbezeichnung für Andrologie zu erwerben und damit dem Patienten eine bessere Orientierung auf der Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner zu ermöglichen.

Wir sind für Sie als qualifizierter und kompetenter Ansprechpartner da in Fragen der

  • Störungen der Zeugungsfähigkeit (Infertilität)

  • Störungen der männlichen Geschlechtshormone (Hypogonadismus)

  • Störungen der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion)

  • männlichen Verhütung (Kontrazeption) und

  • Alterungsprozesse des Mannes ("Wechseljahre des Mannes")

Störungen der Zeugungsfähigkeit (Infertilität)

Die Erkennung und Behandlung von Störungen der reproduktiven Funktionen des Mannes stellen einen Schwerpunkt der Andrologie dar. Zusätzlich zu den seit langem verfügbaren Verfahren der künstlichen Befruchtung und der Spermaaufbereitung wurde die Behandlung der schweren männlichen Zeugungsstörung durch die assistierte Befruchtung mittels intrazytoplasmatischer Spermieninjektionstechnik (ICSI) erheblich verbessert. Operative Verfahren der Spermiengewinnung und mikrochirurgische Behandlungstechniken konnten inzwischen optimiert werden. Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer müssen Andrologen heute in jedes reproduktionsmedizinische Team integriert sein, so dass die Kinderwunschbehandlung eine interdisziplinäre Aufgabe für Gynäkologen und Andrologen ist.

Störungen der männlichen Geschlechtshormone (Hypogonadismus)

Störungen der männlichen Geschlechtshormone (z.B. Testosteronmangel) führen zur Beeinträchtigung des Befindens (Stimmung und Libido) und der Körperfunktionen (u.a. Blutbildung, Knochendichte, kognitive Funktionen und Erektionsfähigkeit). Die Erkennung eines Testosteronmangels und die effektive Ersatztherapie, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Patienten entweder mit Gel, Pflaster oder Spritzen, verbessert die Lebensqualität des Patienten und beugt Folgeschäden vor. Voraussetzung für die Durchführung einer Testosterontherapie ist die sorgfältige Untersuchung, die Erkennung der Ursachen und die exakte Kenntnis über Gegenanzeigen (z.B. das Prostatakarzinom). 

Störungen der Erektionsfähigkeit (erektile Dysfunktion)

Psychische Faktoren, Operationen und zahlreiche Erkrankungen, wie Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Krebserkrankungen führen zu Störungen der Erektionsfähigkeit. Umgekehrt kann das Auftreten einer erektilen Dysfunktion erster Hinweis für andere zugrunde liegende Störungen sein (z.B. koronare Herzerkrankung). Die Abklärung der Ursachen und ihre gezielte Behandlung mit den modernen Möglichkeiten der Psychotherapie und der medikamentösen Behandlung (z.B. Phosphodiesterase-5-Inhibitoren, MUSE, SKIT) bis hin zu operativen Verfahren erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Andrologen und den in die weitere Behandlung einbezogenen Ärzten.

Männliche Verhütung (Kontrazeption)

Während auf weiblicher Seite zahlreiche hormonelle und mechanische Verhütungsverfahren zur Verfügung stehen, die gleichermaßen sicher wie nebenwirkungsarm und jederzeit vollständig reversibel sind, steht dem Mann als sichere Verhütungsmethode nur die Vasektomie (Durchtrennung der Samenleiter) zur Verfügung. Wenngleich dieses Verfahren auch bei 80 - 90% der Männer mittels operativer mikrochirurgischer Techniken erfolgreich rückgängig zu machen ist, bleibt ein hohes Restrisiko dafür, dass die natürliche Zeugungsfähigkeit nicht wiedererlangt wird. Deshalb ist die hormonelle Kontrazeption ein wesentliches klinisches Forschungsgebiet der Andrologie, deren Fortschritte vielversprechend sind.

Der alternde Mann (Seneszenz) 

Vital zu altern ist ein hehres Ziel - aber die Datenlage zu zahlreichen Probleme im andrologischen Aufgabengebiet beim älteren und alten Mann ist gering. Die Besonderheit des Alterns ist auf Seiten der Frau mit Eintritt der Menopause ungleich besser erforscht und klinisch behandelt - hier besteht auf Seiten des alternden Mannes ein erhebliches Wissensdefizit, das es sowohl wissenschaftlich als auch medizinisch aufzuholen gilt - und zwar ohne auf die oftmals medienwirksamen Kampagnen des "Anti-Aging" und unkontrollierte Behandlungsvorschläge zurückzugreifen. Der alternde Mann hat besondere andrologische Erkrankungen und ein besonderes Risikoprofil, das bei der Durchführung von Therapien unbedingt beachtet werden muß. Das Syndrom wird als "Altershypogonadismus" bezeichnet und kann unter Berücksichtigung international vereinbarter Empfehlungen erfolgreich behandelt werden. 

WEITERE SCHWERPUNKTE