Botulinum Toxin zur Therapie der überaktiven Harnblase (OAB)

Bis zu 16,6 % der Bevölkerung (meist Frauen) haben eine sogenannte idiopathische überaktive Blase (OAB), umgangssprachlich Reizblase genannt. 
Im Vordergrund stehen Symptome wie häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) und imperativer (zwanghafter) Harndrang, die Hälfte der Betroffenen beklagt sogar regelmäßigen Urinverlust aufgrund eines nicht beherrschbaren Harndrangs (Dranginkontinenz).
Zudem können viele neurologische Erkrankungen der Harnblase ähnliche Beschwerden auslösen und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Zwar gibt es medikamentöse Therapien, doch ungefähr 50 % der Betroffenen setzt die Tabletten innerhalb eines Jahres wegen unzureichender Wirkung oder Nichtvertragens wieder ab.
Für alle diese Menschen steht seit einigen Jahren mit der Zulassung von Botox zur Blasenbehandlung eine effiziente Therapiealternative zur Verfügung.

    Was macht das Medikament Botox?
    Das Botulinumtoxin ist ein potentes Nervengift, das in niedrigster Dosierung immer mehr Anwendung in verschiedenen Bereichen der Medizin, so auch der Urologie fand. 
    Es wirkt auf die überreagierende Blasenmuskulatur beruhigend, der Harndrang lässt nach, Urinverlust tritt seltener auf oder verschwindet vollständig.
    Die maximale Wirkung des Botulinumtoxins tritt ca. 1-2 Wochen nach der Behandlung auf und hält ca. 6 (-12) Monate an. Bei nachlassender Wirkung kann die Behandlung mehrfach wiederholt werden. 

      Wie wird das Medikament angewendet?    
      Zunächst wird die Blasenschleimhaut durch Einbringen eines örtlichen Betäubungsmittels schmerzunempfindlich gemacht. Das Medikament wird im Rahmen einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) mittels einer Miniaturnadel an verschiedenen Stellen in die Blasenmuskulatur gespritzt. Dieser Vorgang ist aufgrund der Wirkung der örtlichen Betäubung nicht schmerzhaft, lediglich das Vorhandensein des Untersuchungsinstrumentes ist spürbar.
      Wir führen den Eingriff ambulant in örtlicher Betäubung durch. Er dauert nur wenige Minuten und der Patient kann nach dem Eingriff die Praxis verlassen.

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