Therapie Check beim Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom stellt mit ca. 25% bei weitem die häufigste Krebserkrankung des Mannes dar. Bei der Suche nach der idealen Therapie wird der Patient oft durch unterschiedliche, auf Befangenheit und subjektive Parameter beruhende Therapieempfehlungen verunsichert.

Einen "Goldenen Therapiestandard" kann man jedoch nicht empfehlen, vielmehr sollte jeweils unter Einbeziehung des Krebsstadiums, seiner Biologie und seiner Prognosefaktoren eine Therapieempfehlung erfolgen. Nicht unberücksichtigt bleiben dürfen dabei die Gedanken des Patienten, welche Risiken und Nebenwirkungen er bereit ist in Kauf zu nehmen.

Nomogramme sind aussagekräftige statistische Prognosemodelle, die dabei helfen. Diese erlauben, die Gefährlichkeit des Krebses abzuschätzen und in Abhängigkeit der verfügbaren Informationen die Heilungswahrscheinlichkeiten etablierter Therapieverfahren zu vergleichen.

Bitte beachten Sie: Diese Fragebögen sollten mit fachärztlich-urologischer Unterstützung ausgefüllt und interpretiert werden und können keinesfalls das persönliche Arztgespräch und die Erfahrung Ihres Urologen ersetzen.

    Nomogramm vor Operation (Kattan-Nomogramm):

    Dieses Nomogramm ist für Patienten mit Prostatakrebs, die noch nicht mit einer Behandlung begonnen haben. Es sagt das Ausmaß des Krebses und langfristige Ergebnisse nach einer radikalen Prostatektomie (chirurgische zur Entfernung der Prostata und der umliegenden Lymphknoten) voraus. Mit einer dynamischen statistischen Formel stützt sich dieses Nomogramm auf Daten von mehr als 10.000 Prostatakrebs-Patienten, die operiert wurden.

    www.mskcc.org/nomograms/prostate/pre_op

    Nomogramm vor Operation (Partin-Tabellen):

    Die Partin-Tabellen können dazu verwendet werden, vier verschiedene Parameter einzuschätzen, die sehr wichtig sind für die Entscheidung für die weitere Behandlung eines Patienten:

    • die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung vollkommen auf das Organ beschränkt ist;

    • die Wahrscheinlichkeit, dass bei dem Patienten ein "Kapseldurchbruch" eingetreten ist (der Prostatakrebs ist in die Kapsel vorgedrungen und möglicherweise aus ihr ausgetreten);

    • die Wahrscheinlichkeit, dass der Prostatakrebs in die Samenblasen des Patienten eingedrungen ist;

    • die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs sich in die Lymphknoten ausgebreitet hat.

    www.hopkinsmedicine.org/brady-urology-institute/specialties/conditions-and-treatments/prostate-cancer/fighting-prostate-cancer/partin-table.html

    Nomogramm für Lebenserwartung mit Prostatakrebs ohne kurative Therapie:

    Dieses Nomogramm ist für Patienten mit Prostatakrebs und schätzt deren Lebenserwartung in Abhängigkeit von allgemeinen Risikofaktoren ab, wenn sie keine Behandlung erhalten würde, die darauf abzielt, ihren Krebs zu heilen.

    webcore.mskcc.org/survey/surveyform.aspx?preview=true&excelsurveylistid=4

    Nomogramm Wahrscheinlichkeit für Lymphknotenmetastasen:

    Lymphknotenmetastasen können beim Prostatakarzinom mit der derzeit zur Verfügung stehenden Bildgebung leider nicht zuverlässig nachgewiesen werden. Deshalb bleibt im Moment nur der Nachweis über die operative Entfernung und pathologische Gewebeaufarbeitung. Die Daten einer sensitiven operativen Nachweismethode, die gezielte Lymphknotenentfernung in Sentinel-Technik, dienten auf der Basis von drei Faktoren (klinisches Tumorstadium, PSA-Wert und Gleason-Summe) dazu, das Risiko für das Vorliegen von Lymphknotenmetastasen zu berechnen.

    www.prostatakarzinomzentrum.info/vorhersagetool_fuer_lymphknotenmetastasen__nomogramm_.html

    Nomogramm Strahlentherapie nach radikaler Prostatektomie:

    Dieses Nomogramm sagt voraus, ob ein Wiederauftreten von Prostatakrebs nach radikaler Prostatektomie (PSA Anstieg nach operative Entfernung der Prostata) erfolgreich mit einer Bestrahlungstherapie behandelt werden kann (externe Strahlenstrahlung, die nach der Rückkehr des Prostatakrebs gegeben wird). Sie errechnet die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs kontrolliert wird und PSA-Niveau sechs Jahre nach der Bestrahlung nicht nachweisbar ist.

    Sie können dieses Nomogramm verwenden, wenn Ihr PSA Wert nach operativen Entfernung der Prostata zunächst nicht nachweisbar war (weniger als 0,05 ng/mL) und dann stetig stieg, was auf ein Wiederauftreten von Prostatakrebs hindeutet.

    www.mskcc.org/nomograms/prostate/salvage_radiation_therapy

    Nomogramm Risiko PSA Anstieg nach radikaler Prostatektomie:

    Wenn ihr Krebs, signalisiert durch steigende PSA, nach einer radikalen Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) wieder aktiv wird, kann dieses Nomogramm verwendet werden, um das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben abzuschätzen. Das Nomogramm sagt die Wahrscheinlichkeit voraus, dass ein Mann, der zunächst operiert wurde, fünf, zehn und 15 Jahre nach dem Ansteigen seines PSA Wertes an Prostatakrebs sterben wird.

    Die Informationen, die für den Aufbau dieses Vorhersagewerkzeugs verwendet wurden, basierten auf Patienten, die von 1987 bis 2011 behandelt wurden. Seitdem hat sich die Behandlung von Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs verbessert, so dass das Risiko, in Zukunft an der Krankheit zu sterben, durch dieses Instrument überschätzt werden könnte.

    www.mskcc.org/nomograms/prostate/biochemical_recurrence